RSPO, NDPE und FPIC: Internationale Standards nach Belieben
Prinzip 6 des RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) lautet ausdrücklich: „Respect Workers’ Rights and Conditions“ – die Rechte der Beschäftigten achten und sichere, menschenwürdige Arbeitsbedingungen gewährleisten. Kriterium 6.1 verbietet jede Form der Diskriminierung. Kriterium 6.2 verlangt, dass Entlohnung und Arbeitsbedingungen mindestens den gesetzlichen oder branchenüblichen Standards entsprechen.
NDPE (No Deforestation, No Peat, No Exploitation) richtet sich gegen drei zentrale Gefahren: Entwaldung, die Anlage von Plantagen auf Torfböden sowie die Ausbeutung von Beschäftigten oder lokalen Gemeinschaften.
FPIC (Free, Prior and Informed Consent) bezeichnet die freie, vorherige und informierte Zustimmung – ohne Gewalt, Einschüchterung oder Manipulation. Sie muss vor Beginn eines Vorhabens eingeholt werden. Die betroffenen Gemeinschaften müssen ausreichend über die möglichen Auswirkungen informiert sein.
Die Erkenntnisse vor Ort zeigen jedoch eine große Kluft zwischen den Zusagen auf dem Papier und der Wirklichkeit. Unternehmen, die sich zu Nachhaltigkeit bekennen, handeln stattdessen wie folgt:
- Sie zahlen weniger als den auf Bezirks- oder Stadtebene geltenden Mindestlohn (UMK).
- Sie behalten die Ausweisdokumente von Beschäftigten ein.
- Sie nehmen Lohnabzüge von bis zu 90 % vor.
- Sie halten Beschäftigte fest und schlagen sie.
- Sie behindern die Gründung von Gewerkschaften.
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